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Hiobsbotschaft

Wenn möglich gehen wir ihm aus dem Weg, wollen mit Ihm nichts zu tun haben. Es gibt aber wohl Zeiten im Leben in denen er, der Tod, plötzlich sehr present ist... und sogenannte "Hiobsbotschaften" wie diese uns erreichen.

Eine Familie aus unserer Gemeinde, die Ihren nicht mal 50-Jährigen Sohn nach langer Krebskrankheit zu Grabe tragen muss...

...eine gute Freundin von meiner Nichte (15), die völlig unnötigerweise an einem Blinddarmdurchbruch sterben musste...

...und erst diese Woche die Schocknachricht, dass ein guter und langjähriger Freund (35) morgens einfach nicht mehr aufwacht!

Unsere Gebete und Gedanken sind auf jeden Fall bei den Angehörigen.

Namensgebende "Hiobsbotschaften" musste der Nachsintflutliche Hiob im gleichnamigen Bibelbuch erleiden. Einleitend möchte ich diese kurz erklären.

Boten überbringen ihm diese schockierenden Botschaften: Er muss feststellen, das er seine gesamte Familie (7 Söhne, 3 Töchter!) und alles Eigentum verloren hatte. Schließlich saß er in Sack und Asche auf der Erde vor dem Nichts und "nahm eine Tonscherbe, um sich damit zu schaben" (Hiob 12, 8). Kurz danach verhöhnt ihn seine Frau für seine immer noch vorhandene Gottesfurcht: "Fluche Gott und stirb!" (Hiob 2,9) Ein höheres Maß an Leiden kann ich mir nicht vorstellen. Der Tod wäre für ihn eine Erlösung gewesen.

Hiobs 3 Freunde begegneten ihm zunächst so:

"Und sie verabredeten sich mieteinander hinzugehen, um ihm ihre Teilnahme zu bekunden und ihn zu trösten. Als sie aber von fern ihre Augen erhoben, erkannten sie ihn nicht (mehr).Da erhoben sie ihre Stimme und weinten, und sie zerrissen ein jeder sein Obergewand und streuten Staub himmelwärts auf ihre Häupter. Und sie saßen bei ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte lang. Und keiner redete ein Wort zu ihm, denn sie sahen, dass der Schmerz sehr groß war. " Hiob 2, 11-13

Ich stelle als erstes fest. Mitleid und Anteilnahme brauchen keine klugen Worte. Da sein...die Trauer rauslassen, das ist wichtig. 

Was machen Trauer und Todesnachricht mit einem selbst?

Bis die harte Realität wirklich im Kopf angekommen ist, durchläuft man so einige Phasen. Der Tod macht uns fassungslos, ohnmächtig, hilflos. Was will ich hier dazu sagen? Erwartet nicht, dass ich den Sinn dahinter erklären kann...kann ich nämlich nicht, ich will aber Gottes Wort selbst Raum geben.

Wenn der Tod so "gegenwärtig" wird, läuft einiges in unserem Kopfkino ab. Vor allem warum? Und... wozu?

Zunächst lässt Gott die Frage nach dem "Warum" offen. Kurz gesagt:

  1. Es gibt vor Gott keinen besseren oder schlechteren Menschen aus eigener Kraft, "denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes" (Römer 3,23).
  2. Als ein großes Unglück geschah sagte Jesus den Pharisäern - diese fragten sich welche Sünde die zu Tode gekommenen begangen hatten für welche sie so bestraft werden müssen- "Oder jene 18, auf die der Turm in Siloah fiel und sie erschlug, meint Ihr, daß diese schuldiger gewesen sind als alle anderen Leute die in Jerusalem leben? Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr ebenso umkommen". Lukas 13,4+5
  3. "Der Lohn der Sünde ist der Tod" (Römer 6,23). Ja, das klingt hart, und steht im Kontrast zu dem eben genannten Punkt. Dies betrifft jedoch nicht die einzelne Sünde die dann unmittelbar zum Tod führt, sondern alle Schöpfung nach dem Sündenfall leidet. Gott hatte im Garten Eden ewige Gemeinschaft mit Adam und Eva gewollt. Nun aber ist unser Leben endlich und der Tod ein Teil unseres Erdendaseins, ob wir wollen oder nicht. "Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt." Römer 8,22
Was machen wir dann mit dem "Wozu"?

Ein Mann der so einiges mit Gott erlebt hat - Mose - schrieb dazu den Psalm 90 auf.  Er setzt den Ewigen Gott mit dem sterblichen Menschen in Kontrast.

Hier einige Auszüge:

"Herr, du bist unsere Wohnung gewesen von Geschlecht zu Geschlecht. Ehe die Berge geboren waren und du die Erde und die Welt erschaffen hattest, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du, Gott". v 1-2
"Du läßt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück, ihr Menschenkinder!"  v. 3
"Wer erkennt die Stärke deines Zornes und deines Grimms, wie es der Furcht vor dir entspricht? So lehre uns denn zählen unsere Tage, damit wir ein weises Herz erlangen! Kehre wieder, HERR! - Bis wann? Erbarme dich deiner Knechte! Sättige uns am Morgen mit deiner Gnade, so werden wir jubeln und uns freuen in allen unseren Tagen." v 11-14

Ja, Gott hält alles in seinen Händen. Das tröstet. Mose sagt hier aber auch, das uns unsere Sterblichkeit zum Nachdenken über die Ewigkeit bringen sollte. Ich jedenfalls werde dankbar. Wenn so etwas in meiner Nähe passiert. Das leben plätschert so dahin und plötzlich nimmt man es wieder bewusst wahr. Dann will ich Gott für jeden Tag den ich leben darf, den ich mit der Familie, mit Freunden genießen darf, Dank geben. Denn das Leben ist ein Geschenk.

Denkst Du auch über das Warum, und das Wozu nach? Es ist wichtig sich damit zu beschäftigen.

(MG 3/2016)